Samstag, 24. April 2004

       Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Seit vier Generationen:

Schwetjes feiern den 100. Geburtstag ihres Betriebes

 

Eine Hildesheimer Bäckerfamilie feiert Jubiläum:

Vor genau 100 Jahren gründete Ferdinand Schwetje am Andreasplatz 17 sein Unternehmen. Heute schieben seine Nachfahren in der Eckemeckerstraße Brot und Brötchen in den Ofen. Und bald soll der Traditionsbetrieb an die vierte Generation übergeben werden: Ur-Enkel Thomas Schwetje steht bereits in den Startlöchern.(Ergänzung: Übergabe des Unternehmens erfolgte im Jahre 2006.) Dass die Zeiten für den Familienbetrieb nicht immer ganz leicht waren, lässt sich bereits beim ehemaligen Ehrenobermeister der Bäckerinnung Alfred Ohms nachlesen: „Größtenteils zerstört“ vermerkt er 1950 in seinem Büchlein „Vom Bäckerhandwerk der Stadt Hildesheim“ hinter dem Namen Schwetje. An diese Zeiten kann sich auch Wolfgang Schwetje, der den Betrieb heute mit seiner Frau Ingelore führt, noch gut erinnern. Wenn er damals als Knabe vor die Tür trat, hatte er eine Trümmerwüste vor Augen. „Wir konnten bis zum Bahnhof gucken“ erinnert er sich. Noch Jahre nach dem Aufbau habe die Post Sendungen gebracht, die „An den Trümmerbäcker“ adressiert waren.

 

Wolfgang Schwetje

begann seine Ausbildung 1954,

gerade einmal 14 Jahre alt,

im Betrieb seines

Vaters Friedrich,

auch „Eppi" genannt,

der die Bäckerei 1948

übernommen hatte.

 

Auch der Firmengründer half zu dieser Zeit noch regelmäßig in der Backstube mit. „Maschinen gab es damals noch nicht“ erzählt Wolfgang Schwetje, der zeitgleich mit dem Firmenjubiläum den 40. Jahrestag seiner Meisterprüfung feiert. Mit einem guten Duzend Gesellen und Meistern habe man damals hinten in der Backstube gestanden und den Teig geknetet.

  

Er selbst wurde als junger Lehrling noch mit der Kiepe auf dem Rücken losgeschickt, um die Kunden zu beliefern. Jeden Morgen machte er sich auf den Weg, um Brötchen auszuliefern, später brachte er Brotleibe zum Markt. 1986 übernahm Wolfgang Schwetje das Geschäft von seinem Vater, der 1997 im Alter von 84 Jahren starb und in Hildesheim als Stadtoriginal galt

Vieles hat sich geändert im Laufe der Jahrzehnte, manches ist bis heute geblieben: Immer noch klingelt der Wecker um kurz vor drei Uhr, muss die Familie aus den Federn, um die Menschen der Stadt mit Brot und anderem Gebäck zu versorgen. Und immer noch ist es der alte gemauerte Senking-Ofen, der die Backstube selbst im eisigsten Winter mollig warm hält. Auch der massive Ofen steht kurz vor seinem Jubiläum: Er ist ein halbes Jahrhundert in der Backstube der Familie in Betrieb.

Gemeinsam mit Gästen feierte Familie Schwetje den 100. Geburtstag am Sonntag vor dem Geschäft in der Eckemekerstrasse. Von 11 bis 13 Uhr gab es einen musikalischen Frühschoppen mit dem Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Sorsum.

 

Bis in die Abendstunden hinein gab es Leckeres vom Grill sowie Getränke. Kinder konnten aufs Karussell steigen und ihre Eltern währenddessen am Tortenknobeln teilnehmen.

Herrn Harborth vielen Dank für die Erlaubnis zur Verwendung dieses Fotos 

Bäckerei Schwetje
Eckemekerstraße 2
31134 Hildesheim

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